Workshopphase I

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Samstag, 28.11.2015, 10:00 bis 12:00 Uhr
Die Räume der Workshops geben wir kurzfristig auf dem Übersichtsplan im Studierendenhaus (Belfortstr. 24) bekannt.

Feindstrafrecht der Paragrafen 129a, 129b StGB

Michael Moos
Im Workshop wollen wir die Bedeutung der sog. Organisationsdelikte diskutieren. Mit diesen Normen ist der Weg vom Tatstrafrecht zum uferlosen Täter_innen- bzw. Gesinnungsstrafrecht beschritten worden. Er richtet sich gegen Gründer_innen, Mitglieder und Unterstützer_innen „terroristischer Vereinigungen“ ohne zu definieren, was eigentlich unter „terroristisch“ zu verstehen ist. Damit sind diese Tatbestände in hervorragender Weise einsetzbar gegen politische Gegner_innen des Systems.

Deconstructing Ausländerkrimininalität

Hans-Henning Gonska und Tobias Klarmann
Die Kriminalität von Menschen ohne deutschen Pass wird regelmäßig in verschiedenen Kontexten thematisiert. Meist undifferenziert und diffamierend. Der Workshop soll dazu dienen einen etwas detallierteren Blick auf das zu werfen, was gemeinhin als „Ausländerkriminalität“ bezeichnet wird. Im Workshop soll herausgearbeitet werden, dass Kriminalität nicht herkunftsspezifisch ist. Neben der Dekonstruktion dieser Scheinkategorie soll die explizite Kriminalisierung von spezifisch migrationsrelevanten Handlungen diskutiert werden.

Made in JVA – kein Mindestlohn und keine Sozialversicherungen für Strafgefangene

In deutschen Gefängnisse herrscht Arbeitspflicht, doch über die Arbeitsbedingungen in den Schlossereien, Bäckereien und Schreinereien hinter Gittern ist kaum etwas bekannt. Vor gut einem Jahr hat sich die erste deutsche Gefangenengewerkschaft (GG/BO) gegründet, die nun für einen Mindestlohn im Gefängnis und für die Einführung einer Rentenversicherung kämpft.
Zwei Vertreter*innen der Gefangenengewerkschaft (GG/BO) gehen der Frage der Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit hinter Gittern nach. Dabei werden sie auch den ganz praktischen Aspekt der konkreten Organisierung der Inhaftierten im Blick behalten.